Zweiter Blick: Vergrößerungsprogramme

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Vergrößerungsprogramme

Funktionalitäten von Vergrößerungssoftware

Vergrößerungsprogramme dienen vor allem dazu, einzelne Bildschirmbereiche zu vergrößern. Daneben lassen sich damit auch die Farbdarstellung oder die Darstellung von Maus und Cursor individuellen Bedürfnissen anpassen.

Pixelvergrößerung von Grafiken

Eine moderne Vergrößerungssoftware ist in der Lage, im Vergrößerungsmodus Schriftzeichen geglättet zu vergrößern. Die Lesbarkeit einzelner Zeichen bleibt also gewahrt.

Anders ist das bei Pixelgrafiken, etwa Grafiken im JPG- oder GIF-Format. Die Vergrößerungssoftware vergrößert nicht eine Schrift sondern jedes Pixel. Die Wahrnehmbarkeit von Bildinhalten kann daher abhängig vom Vergrößerungsfaktor stark beeinträchtigt sein.

Wenn möglich sollten daher folgende Empfehlungen eingehalten werden:

  1. Vermeide Textgrafiken, also Grafiken, in denen der Text rein visuell dargeboten wird.
  2. Verwende möglichst SVG-Grafiken, weil diese bei der Vergrößerung in modernen Browsern geglättet dargestellt werden.

Empfehlungen zur Bedienung

Beim Arbeiten mit Vergrößerungsprogrammen geht natürlich der Überblick über eine Webseite rasch verloren. Wir empfehlen daher, sich vor dem Aktivieren der Vergrößerungsfunktion einen Überblick über das visuelle Erscheinungsbild einer Webseite zu schaffen.

Wahrnehmung ohneVergrößerungssoftware

Wir empfehlen, schon vor dem Einschalten der Vergrößerungsfunktion einen Blick auf die Webseite zu werfen. Wenn Sie über eine Simulationsbrille für Sehbehinderung verfügen, können Sie selbst einmal versuchen, was Sie alles visuell wahrnehmen können, ohne beispielsweise Texte lesen zu können.

Je nach Grad der Sehbehinderung können visuell etliche Informationen über die Webseite wahrgenommen werden, die beim Arbeiten mit dem gezoomten Ausschnitt hilfreich sind:

  • Unterschiedliche Hintergründe von Seitenbereichen
  • Vorhandene Logos, Bilder oder Grafiken
  • Bereiche mit umfangreicheren Textblöcken
  • Menübereiche
  • Überschriften, Tabellen oder Listen
  • Der Text von größeren Schriften

Tooltipps und Mouse Over

Wer mit einem Vergrößerungsprogramm arbeitet, erhält am Bildschirm nur einen Ausschnitt der üblichen Bildschirmdarstellung. Funktionalitäten, wie Tooltipps beim Mouse Over, werden daher oft nicht mehr gänzlich angezeigt, weil die Textdarstellung über das Vergrößerungsfenster hinausragt.

Sobald die Maus nach rechts bewegt wird, um den Tooltipp bis zum Ende zu lesen, verschwindet der Tooltipp, weil sich die Maus ja nicht mehr über dem Element mit dem Tooltipp befindet.

Es ist daher fein, wenn sich die Informationen, die angezeigt werden, wenn sich die Maus über einem Element befinden, auch unabhängig von Mausbewegungen am Bildschirm finden lassen.

Ergänzender Einsatz von Sprachausgabe

Als Kompensationsstrategie kann sich die sehbehinderte Person den Tooltipp vorlesen lassen. Der kostenlose Screenreader NVDA liest etwa bei entsprechender Konfiguration akustisch den gesamten Tooltipp vor, wenn sich die Maus über dem Element befindet.

Das Vorlesen des eingeblendeten Textes eines Tooltipps ergänzend zu einer Vergrößerungssoftware ist ein äußerst hilfreiches Instrument. Leider können sich Webdesigner auf dieses Instrument nicht verlassen:

  • Screenreader verfügen möglicherweise nicht über die erforderliche Funktionalität
  • NutzerInnen ...
    • haben die erforderliche Software nicht.
    • wissen gar nichts von dieser Funktionalität.
    • haben diese Funktionalität derzeit wohl kaum in ihrem Repertoire.
    • können diese Funktionalität aus kognitiven Gründen nicht nützen.