Zweiter Blick: Angebot Prozessplanung

BarrierefreiheitDarstellungsoptionen



Prozessplanung zur Entwicklung eines barrierefreien Webauftritts

Symbolgrafik Besprechung

Bedeutung der Prozessplanung

Sie möchten einen Webauftritt barrierefrei machen? Oft wird dieser Entschluss im Rahmen eines allgemeinen Relaunches des Webauftritts gemacht. Es können aber auch auf einem bestehenden System Verbesserungen vorgenommen werden, also quasi eine Reparatur auf dem fahrenden Dampfer.

In dieser Phase ist es wichtig, klar über die Zielgruppe und rechtliche Anforderungen nachzudenken, etwa die angepeilte Konformitätsstufen der WCAG. In dieser Phase ist es aber auch von zentraler Bedeutung, die am Prozess Beteiligten einmal an einen Tisch zu bringen und die Aufgaben zu verteilen.

Aktionsbereiche zur Entwicklung eines barrierefreien Webauftritts

Wer sollte bei der Prozessplanung am Tisch sitzen? Kompetenzen sind zu verknüpfen und Aufgaben zu verteilen.

Kerngruppe

  • Verantwortliche für den gesamten Betrieb: Bei kleineren Betrieben ist das Chefsache, bei größeren meist die Leitung der Öffentlichkeitsarbeit.
  • Technisch Verantwortliche: Die Leitung der IT-Abteilung und die Projektleitung der externen Agentur.
  • Redaktionell Verantwortliche: Leute aus der Öffentlichkeitsarbeit und bei größeren Betrieben auch die Personalentwicklung, um Schulungskonzepte zu erarbeiten.
  • Fachkräfte für Barrierefreies Webdesign: Selten in einem Betrieb vorhanden. Ich setze mich als Fachkraft gerne dazu.

Optional Beteiligte

Symbolgrafik Anforderungen

Themenkataloge

Die folgende Fragen sollten nach meiner Erfahrung bei der Prozessplanung geklärt werden.

Sie können an diesen Fragen erkennen, dass in dieser Eingangsphase Personen mit Entscheidungsbefugnis ebenso wie solche mit Know How gefragt sind. Entscheidungskompetenz und Fachkompetenzen sind zu verknüpfen.

Allgemeine Fragestellungen und Chefsachen

  1. Für welche Zielgruppen soll der Webauftritt dienen?
  2. Können und sollten Angebote in leichter Sprache eingebettet werden? (Erfolgskriterium 3.1.5 Leseniveau)
  3. Sind Gebärdenvideos geplant?
  4. Welche Bestimmungen aus dem Österreichischen Recht sind einzuhalten?
  5. Welche Konformitätsstufen der WCAG wird angepeilt?
  6. Gibt es Seitenbereiche, bei denen Richtlinien erfüllt sein sollten, die über die angepeilte Konformitätsstufe hinausgehen?
  7. Wer muss innerbetrieblich in den Prozess eingebunden werden?
  8. Welche Ressourcen stehen für die Gewährleistung der Barrierefreiheit von speziellen eingebetteten Dateiformaten zur Verfügung (PDF, MS Word, Audio oder Video Elemente)?
  9. Gibt es spezielle Anforderungen an die grafische Gestaltung, die mit Richtlinien zur Barrierefreiheit in Konflikt stehen könnten?
  10. Welche Aufgaben können oder sollten ausgelagert erden?
  11. Welcher Zeitplan soll erfüllt werden?
  12. Gibt es Etappenziele?
  13. Ist eine Schulung oder eine Sensibilisierungsveranstaltung mit Selbsterfahrung gewünscht?
  14. Welches Budget steht zur Verfügung?

Technische Realisierung

  1. Wie soll der Webauftritt technisch realisiert werden? (CMS )
  2. Welche komplexeren Technologien werden zu entwickeln und testen sein? (Fly Out Navigation , Formulare , Ausklappbare Seiteninhalte (Accordions), …
  3. Wer muss innerbetrieblich in den Prozess eingebunden werden?
  4. Ist eine Basisschulung für den Screen Reader JAWS erwünscht, damit Funktionalitäten selbst getestet werden können?

Redaktionelle Nachhaltigkeit

  1. Wer darf Content erstellen und muss daher innerbetrieblich in den Prozess eingebunden werden?
  2. Wie werden die Schulungen für das Redaktionsteam zur Sensibilisierung und nachhaltigen Gewährleistung der Barrierefreiheit erfolgen?
  3. Welche Ressourcen stehen für die Gewährleistung der Barrierefreiheit von PDF-Dateien zur Verfügung
  4. Wie können gegebenenfalls Angebote in leichter Sprache eingebettet werden? (Erfolgskriterium 3.1.5 Leseniveau)
  5. Welche Ressourcen stehen für die Gewährleistung der Barrierefreiheit von Videodateien zur Verfügung (Untertitel, Audiodeskription, Textalternativen )?
  6. Welche Ressourcen stehen für die Gewährleistung der Barrierefreiheit von Audiodateien zur Verfügung (Textalternativen)?